Festivals und Partyleben

Neben den christlichen Festen feiern die Filipinos noch jede Menge andere Feste. Die sind aber von Provinz zu Provinz unterschiedlich und nicht jedes wird überall gefeiert. Eine Provinz hier auf den Philippinen ist ungefähr wie ein Landkreis in Deutschland, nur hat sie für die Menschen mehr Bedeutung. Viele Filipinos sind sehr stolz auf ihren Heimatort.

Weihnachten und Silvester habe ich hier sehr ähnlich gefeiert wie in Deutschland. Meine Farm liegt in der Nähe von einer Kleinstadt, die sich jedes Jahr den Titel der Christmas Capital in meiner Provinz holt. Den bekommen sie dadurch, dass sie ihre Stadt am schönsten für Weihnachten schmücken und ihr eigenes Christmas Festival haben, dass mit einem feierlichen Feuerwerk am 15. Dezember beginnt. Dieses Iwag Festival geht dann bis zum 4. Januar und ist sehr ähnlich zu einem Weihnachtsmarkt, nur das an den Ständen nicht Glühwein und Langos verkauft wird, sondern Mango Shakes und gebratenes Hühnchen. Jede Provinz kürt jährlich eine Stadt zur Christmas Capital.

Weihnachten am 24. habe ich dann mit meinem Chef von der Farm und ein paar Mitarbeitern und Leuten aus dem Dorf zusammen gefeiert, dass heißt wir haben vor allem sehr viel gegessen. Mit meinen Kollegen wurde dabei noch ganz klassisch der philippinische Rum „Tanduay“ getrunken und über dem Feuer gekocht.

Geschenke gab es eher weniger, das gute Essen war das Highlight, aber ich denke das ist wie in Deutschland, dass das jede Familie je nach finanziellen Mitteln dann feiert. Das klassische Weihnachtsessen hier sind Makkaroni entweder als Salat oder mit Tomatensoße, Nudeln werden hier sonst sehr selten gegessen und dann auch meist zu anderen Festen wie Hochzeiten. Hier in meinem Dorf gab es am 21. innerhalb der der christlichen Baptisten Gemeinde ein kleines Wichteln, wo sich da gegenseitig beschenkt wurde und es Süßigkeiten für alle gab. Tatsächlich war das eine sehr schöne Veranstaltung, da der Weihnachtsgottesdienst schon gehalten wurde, anstatt an Heilig Abend und danach jeder etwas zu Essen mitgebracht hat für ein gemeinsames Mittagessen. An Weihnachten besuchen sich die einzelnen Familienmitglieder, die nicht ausnahmsweise beieinander wohnen. Silvester jedoch feiert jeder traditionell bei sich zu Hause.

Silvester wird hier natürlich auch mit viel Feuerwerk gefeiert, wobei die Filipinos auch alles einsetzen, um Krach zu machen. So werden Tröten die so ähnlich wie Vuvuzelas klingen und aussehen genommen, aber auch mit Töpfen Pfannen und Motoren wird krach gemacht. Natürlich gab es auch wieder reichlich Essen und es haben alle zusammen gefeiert. Genauso Neujahrsvorsätze und Ähnliches nimmt sich jeder vor. Ich wurde wieder überall hin eingeladen und habe die unglaubliche Gastfreundschaft der Filipinos erlebt, das Essen wird mir quasi fast aufgedrängt und alle sind sehr interessiert. Diese Gastfreundschaft ist den Filipinos aber auch sehr wichtig, so werde ich oft gefragt, wie die Menschen zu mir sind und ob ich die Filipinos als gute Gastgeber empfinde. Es ist dann etwas beschämend, wenn ich mich mit Filipinos unterhalte, dessen Verwandte in Deutschland arbeiten, da diese mir auch von Erfahrungen mit Rassismus, Vorurteilen und Ablehnung erzählen.

Gerade jetzt ist das Dynagang- Festival in der Hauptstadt von meiner Provinz Iloilo, welches eines der größten auf den ganzen Philippinen ist. Die Eröffnung war jetzt schon, aber die Hauptfestlichkeit ist immer am 4. Sonntag im Januar. Da wird das Abkommen gefeiert zwischen den Indigenen Volk der Ati, welche als erstes Panay besiedelten und malaiischen Siedlern, welche im 13. Jahrhundert nach Panay geflohen sind. Anders als die Spanier, die die Philippinen und damit auch Panay im 16. Jahrhundert kolonialisierten, begegneten sich die beiden fremden Völker friedlich und die Ati, welche die Küsten bewohnten, ließen die malaiischen Siedler die Berge und das Inland besiedeln. Mir wurde schon viel erzählt und das Fest soll vor allem von Street Dancing und verschiedenen Competitions geprägt sein.

Bei diesen Festen wird natürlich auch viel getrunken, wie der Tanduay, aber auch die philippinischen Biere wie Red Horse und San Miguel sind sehr beliebt.

Im Oktober war ich bei dem MassKara Festival in der Stadt Bacolod auf einer Nachbarinsel. Dort gab es vor allem große Paraden und ein Haufen breit grinsende Masken, was auch damit zu tun hat, dass Bacolod die „City of Smiles“ ist. Jede größere Stadt hat hier so ein Motto, so ist Iloilo zum Beispiel die „City of Love“. Ungewöhnlich war da für mich tatsächlich auch die riesigen Stände von den großen Zigarettenherstellern, die mit einem Haufen Personal ausgestattet auf dich zugegangen sind und dich gefragt haben, ob du rauchst und dir je nach Antwort ein tolles Angebot machen. Das wäre in Deutschland nicht möglich. Auch sieht man bei so großen Festen viele Touristen, die meiner Erfahrung nach Hauptsächlich aus den USA kommen und männlich sind.


Eine Antwort zu „Festivals und Partyleben“

  1. Avatar von gg panalo

    The Philippines truly knows how to celebrate Christmas! Your description of the Iwag Festival sounds magical – the way communities compete to become „Christmas Capital“ creates such wonderful local traditions. This festive spirit extends into digital entertainment too, where platforms like gg panalo app download apk bring communal gaming experiences to mobile users, letting Filipinos enjoy entertainment together wherever they are.

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